Wer den »Rassist in der Mitte unserer Gesellschaft« sucht, kann in diesen Tagen recht schnell fündig werden: Er sitzt im Kino und lacht 97 Minuten über einen Film, der die »Multikulti-Gesellschaft« im Hauptteil behandelt, ohne auf den amüsierten Zuschauer pädagogisch sinnvoll einzuwirken. Die neue Komödie aus Frankreich zieht mit diesem Erfolgsrezept aktuell Massen in die Kinosäle. Der Gutmensch und intolerante AntirassistInnen haben dafür nur wenig übrig.
Im Vorfeld der Europawahlen durfte der von Zwangsgebühren gebeutelte Fernsehzuschauer in Deutschland in einem Filmbeitrag die MoMa-Moderatorin Susan Link dabei begleiten, wie selbige völlig erstaunt und verwundert ihr eigenes Rechercheergebnis kommentierte: Die Dame hatte herausgefunden, dass der Front National in Marseille als ganz normale Partei wahrgenommen, und sogar von Migranten muslimischen Glaubens gewählt wird. Das wiederum war irgendwie wohl nicht die Intention ihrer »Europa-Tour« so kurz vor den Europawahlen (ab Minute 4:50).
So oder in etwa so dürften auch die Gesichtszüge der linken Schreiberlinge in den Redaktionsstuben hierzulande ausgesehen haben, als diese über die aktuell senkrecht startende Komödie »Monsieur Claude und seine Töchter« recherchiert haben und feststellen mussten, dass dieser nicht nur bei den autochthonen Franzosen bestens ankommt.
Den spannenden Spagat, einen Film dem Leser schlecht zu schreiben, obwohl dieser ihn mögen wird, bekommen die allermeisten Journalisten auch in dieser Causa nicht hin.
Wie sehr die Lücke zwischen der öffentlichen und veröffentlichten Meinung klafft, dürfen die humorlosen Verfasser dann erneut den Kommentarspalten unter ihren Artikeln entnehmen, den ihre Leser ihnen dort zu recht um die Ohren hauen.
Vom vorsichtig formulierten »eine allzu seichte Komödie«, über »Fratze des Rassismus« bis hin zum direkt formulierten »Rassismusproblem« ist nahezu alles zu finden. Wer diese teilweise sehr seichten Berichte lesen mag, findet sie im Internet relativ einfach:
Den Titel der Komödie plus »Marine Le Pen« oder »Front National« in eine Nachrichtensuchmaschine eintippen − und los geht’s!
Was wiederum den Kreis zur entzückt-erstaunten MoMa-Moderatorin Susan Link zu Beginn dieses Textes schließt.
Wer also nicht Gefahr laufen will, sich den unbändigen Zorn der Gutmenschen auf sich zu ziehen, sollte beim Studium des Filmtrailers nur verhalten schmunzeln…
.https://www.youtube.com/watch?v=MPYgfmNbXF8
Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen — Halleluja! — französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles‘ Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht…
Mit radikalem Witz und schonungslosen Provokationen ist MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER heiteres und buntes Komödienkino aus Frankreich. Der grandiose Christian Clavier („Asterix und Obelix“) als Monsieur Claude beweist erneut riesiges Komödientalent auf seiner Odyssee durch vier Hochzeiten zwischen Kulturschock und Völkerfreundschaft.
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