Mexikanische Bauern kämpfen um den Erhalt von 59 indigenen Maissorten gegen feindliche Übernahme durch GVO

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In Mexiko sind Dutzende einheimische Maissorten vom Aussterben bedroht, denn Big Biotech will sie durch kommerzialisierten gentechnisch veränderten (GV) Mais ersetzen. Eine Koalition mexikanischer Bauern kämpft mit allen Mitteln darum, diese aggressive Übernahme zu verhindern, aber es ist nicht einfach, die 59 indigenen Maissorten zu erhalten, die mexikanische Bauern seit Jahrhunderten anbauen.

Am 5. Juli 2013 reichte die Allianz eine Sammelklage ein, mit der die mexikanische Regierung daran gehindert werden sollte, die Anpflanzung von GV-Mais zu genehmigen. Im darauffolgenden Herbst entschied ein Richter, der experimentelle und auch der kommerzielle Anbau müssten warten, bis eine endgültige Beurteilung erfolgt sei, und das könne Monate, vielleicht sogar Jahre dauern.

Bei dem Gerichtsverfahren geht es um Versuchsfelder für Genmais, die transnationale Chemiekonzerne wie Monsanto und Dow AgroSciences betreiben wollen. Mais ist in Mexiko eine wichtige Nahrungspflanze, und diese Konzerne versuchen schon seit Jahren, den Fuß in die Tür zu bekommen und sich Marktanteile zu sichern – was bisher durch den harten Widerstand ortsansässiger Bauern auf erhebliche Schwierigkeiten gestoßen ist.

Mexiko importiert zwar zurzeit rund 30 Prozent des konsumierten Maises, aber das Land ist technisch in der Lage, den Bedarf aus dem Anbau nativer und hybrider Sorten auf eigenem Boden zu decken. Mit anderen Worten: Man braucht die neuen dürre- und kälteresistenten GV-Sorten nicht, die multinationale Konzerne als Ausweg aus unzureichender heimischer Produktion puschen.

Die Opposition argumentiert, die Einführung von Genmais bedrohe die Integrität heimischer Maissorten, die durch den unvermeidlichen Genfluss kontaminiert würden. Einmal verändert, wäre das heimische Maisangebot für immer an multinationale Konzerne verloren, die die Eigentümerschaft aufgrund ihrer patentierten Gensignaturen beanspruchen würden.

»Mexikos Vorsicht bei der Einführung von Genmais ist Ausdruck des Bestrebens, die genetische Vielfalt einer Feldfrucht zu bewahren, die für die Identität der Nation von zentraler Bedeutung ist«, wurde kürzlich in einem Beitrag der Zeitschrift Nature erklärt.

»In den Vereinigten Staaten wird Mais hauptsächlich als Viehfutter und für die Produktion von Ethanol-Treibstoff gebraucht.

In Mexiko hingegen werden 82 Prozent des Maises für den menschlichen Verzehr angebaut, oft auf kleinen Höfen, die statt der üblichen kommerziellen Sorten traditionelle Arten verwenden.«

Maisbauern in Mexiko kämpfen schon seit 2001 gegen Big Biotech

Die Besorgnis über die irreversible Auswirkung des Genmaises kam erstmals 2001 auf den Tisch, als Forscher der University of California, Berkeley, entdeckten, dass sich genetisches Material von GV-Mais auf einheimische Kultursorten von Mais ausgebreitet hatte. Um weitere Schäden zu verhindern, wurde der GV-Anbau in den darauffolgenden Jahren strikt untersagt.

Im Jahr 2009 gelang es Monsanto, Dow und DuPont Pioneer, die Zulassung für den Anbau von Genmais zu erhalten, unter der Bedingung, dass es nur zu »Forschungs«-Zwecken geschehe. Doch 2013 schafften es Aktivisten, diese Zulassung widerrufen zu lassen und Genmais erneut verbieten zu lassen, ein Kampf, den sie bis heute führen.

»Der Reichtum der genetischen Vielfalt des Maises in Mexiko ist von unschätzbarem Wert«, erklärte Jose Sarukhan, der Koordinator für die Nationale Kommission über Kenntnis und Nutzung der Artenvielfalt (CONABIO), eines 1992 gegründeten staatlichen Forschungsrates.

Sobald Big Biotech in Mexiko den Fuß in die Tür bekomme, so fürchtet Saruhkans Gruppe, würden Kleinbauern Ziel von Gerichtsverfahren, wenn ihr heimischer Mais mit patentierten GV-Sorten kontaminiert wird.

»Wir sind nicht gegen transgenen Mais, aber wir wollen die Aufmerksamkeit dafür wecken, was seine Verwendung bedeutet, und die Folgen, wenn er sich mit einheimischen Sorten mischt«, sagte Sarukhan weiter. Er betonte, es sei so gut wie sicher, dass Genmais heimische Maissorten irgendwann verdrängen kann und wird.

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

Nature.com

HealthImpactNews.com

HuffingtonPost.com

NaturalNews.com

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