Nazi-Goldkessel in die USA verhökert: Für eine Million Schweizer Franken!

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Das mannshohe Schließfach im gepanzerten Tresorraum der Zürcher Kantonalbank an der Bahnhofstrasse 9 ist leer. Anfang Juli 2014 wurde der umstrittene bayerische Chiemsee-Kessel dort abgeholt und ins Ausland transportiert. Käufer und Preis dürfe er nicht nennen, so der zuständige Leiter des Konkursamts in Rapperswil, Heiner Scheuble, auf Anfrage etlicher Medien.

Scheubles Zurückhaltung hat ihren Grund. Verhökert wurde der über zehn Kilo schwere Goldtopf nämlich für sagenhafte 965 000 Schweizer Franken – umgerechnet rund 800 000 Euro! Diese Rekordsumme erfuhr das Schweizer MYSTERIES-Magazin aus gesicherter Quelle.

Erworben hat das Nazi-Relikt nach monatelangen Verhandlungen offenbar ein betuchter Zeitgenosse aus den USA, wie ein anfänglicher Mitbieter bestätigt. Weil der Käufer als Privatperson fast das Dreifache des Materialwertes bot, stach er dabei neben weiteren Interessenten auch ein namhaftes deutsches Museum aus.

Die vom verurteilten Schweizer Millionenbetrüger und zwischenzeitlichen Kesselbesitzer Marcel Wunderlin geschädigten Gläubiger können sich damit über eine Dividende von über vier Prozent freuen.

Vermutlich vom 1932 verstorbenen Münchner Goldschmied Otto Gahr gefertigt, dürfte das innen und außen mit mysteriösen Darstellungen verzierte Prunkstück für Heinrich Himmlers SS-Stützpunkt in der Wewelsburg (Nordrhein-Westfalen) bestimmt gewesen sein – als neuzeitlicher »Gral«.

Weitere Überraschung: Entgegen bisherigen Angaben besteht der Kessel nicht aus hundertprozentigem Gold.

Dazu ein Schweizer Edelmetallexperte, der anonym bleiben will: »Gemäß unseren Analysen enthält der aus verschiedenen Teilen zusammengelötete Kessel einen Silberanteil von 18 bis 19 Prozent.«

Bereits 2007 kam die renommierte schweizerische Materialprüfungsanstalt EMPA zum Schluss, dass »Hitlers Nachttopf« (wie ihn der »Spiegel« einst nannte) definitiv nicht aus keltischer Zeit stammen kann, sondern ein »Produkt der Neuzeit« sei. Dies nach einer intensiven Begutachtung

am 4. September durch Experten wie Jeremy Peter Northover (Oxford University), Walter Golan (»The Royal Trust of Empire«), Marianne Senn (EMPA Dübendorf) sowie Professor Detlef Günther (ETH Zürich).

Entdeckt hatten den 28,5 Zentimeter hohen Pott mit über 50 Zentimetern Durchmesser 2001 die Münchner Schatzsucher Jens Essig und Stefan Lohmann im Chiemsee. Zwei Jahre später wurde der Goldkessel vom bayerischen Finanzministerium heimlich für 160 000 Euro verscherbelt und 2006 von der Schweizer Justiz im Rahmen eines Betrugsverfahrens beschlagnahmt.

Als einziges Journalisten-Team durfte MYSTERIES das Goldobjekt im September 2013 fotografieren. Selbst eine Einschmelzung des Topfes war damals kein Tabu mehr. Erst nach entsprechenden Pressemeldungen überboten sich potenzielle Interessenten förmlich mit lukrativen Geboten.

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Bildnachweis: MYSTERIES

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