Kürzlich schrieb ich an dieser Stelle über listige Strategien (sogenannte Strategeme) und dabei auch über das Strategem Nr. 34: »Die List der Selbstverstümmelung«, auch »Strategem des leidenden Fleisches« genannt. Wie in dem Artikel beschrieben, lässt sich das Strategem Nr. 34 plausibel machen, wenn es um Propagandaschlachten geht, die allein darauf abzielen, Sympathien, und damit Energien und Mitstreiter zu gewinnen. Wenn etwa dafür gesorgt wird, dass Menschen unendlich leiden müssen, um Waffen zu schützen und dafür der Feind verantwortlich gemacht werden kann oder zumindest soll.
Ich schaute dann in die Kommentare, die zu meinem Artikel abgegeben wurden und fand einen, der mich nun wieder zur »Feder« greifen lässt. Am 27.07.2014 um 11:58 Uhr schrieb jemand folgenden Satz, auf den ich nun antworten werde:
»Und glaubt Bernd Höcker wirklich, dass die Palästinenser ihre Kinder nicht lieben, sondern leichtfertig ›opfern‹?«
Hier ist meine traurige Antwort: Ja!
Es ist nur sehr schwer vorstellbar, wenn man aus einem zivilisierten Kulturkreis kommt, dass Menschen so etwas tun können. Man weist solche Anschuldigungen instinktiv als vollkommen absurd und inakzeptabel zurück. Aber es handelt sich dabei um eine Kriegsstrategie und die Hamas hat »höhere« Kriegsziele, als Kinder zu schützen: Sie will ganz Israel für sich!
Damit dieses Strategem überhaupt funktioniert, bedarf es mehrerer Voraussetzungen. Zum einen muss der Gegner erhebliche Skrupel haben, bei seinen Aktionen Zivilisten zu verletzen oder zu töten. Dies ist bei den Israelis offensichtlich der Fall. Sie warnen die Zivilbevölkerung vor den Angriffen, damit diese sich in Sicherheit bringen können und das jeweilige militärische Ziel (Raketen, Raketenwerfer, Terrortunnel) möglichst ohne Opfer zerstört werden kann. Ein Verhalten, das man bei muslimischen Kämpfern vergebens sucht − sie wollen ja gerade zivile Opfer! Denken Sie z.B. an die Terroristen der »IS« (ehem. »ISIS«), die im Irak ganz locker mal an einem Vormittag so viele Menschen hinrichten, wie der gesamte Gazakrieg bisher gefordert hat.
Die zweite Voraussetzung ist, dass die Medien das Leid der Bevölkerung in möglichst drastischer Art darstellen. Und dabei kommen nun ARD und ZDF ins Spiel, die diese Art der Kriegsführung durch ihre Berichterstattung unterstützen.
Um diese Berichte zu erzeugen, werden die fast ausschließlich palästinensischen Reporter von der Hamas dorthin geführt, wo das Leid am Größten ist. Was nicht gefilmt werden darf, sind die eigenen aktiven Kämpfer und die in Wohnhäusern positionierten Raketen und Abschussrampen, mit denen pausenlos auf Israel gefeuert wird. So behält die Hamas für sich die Deutungshoheit des Krieges. Die Hamas bestimmt, welche Bilder und O-Töne an die Agenturen gehen dürfen, die Hamas selbst nennt täglich die Zahlen über Tote und Verletzte. Gezeigt werden sollen Blut, Tote, Verletzte, schreiende Menschen und zerstörte Häuser. Und ARD und ZDF greifen zu – ohne Skrupel.
Es ist deprimierend zu erkennen, wie willig die öffentlich-rechtlichen Redaktionen den Vorgaben der Hamas folgen! Es wird noch nicht einmal die Quelle genannt, aus der die Beiträge stammen, nämlich aus der Quelle der Terrororganisation Hamas. Prüfung und Nennung der Quelle ist nach dem Rundfunkstaatsvertrag und nach Regeln des seriösen Journalismus verbindlich. Die Terroristen werden auch nicht »Terroristen« genannt, sondern die »radikal islamische Hamas« (was für strenge Moslems ein Kompliment darstellt – radikal islamisch zu sein, heißt nämlich Mohammed nach Kräften nachzueifern!).
Achten Sie mal in der Tagesschau und in anderen Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen auf die Wortwahl. Niemals taucht das Wort Terroristen auf, obwohl die Hamas von der EU und vielen anderen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird. Hier ein kurzer Auszug aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel »Hamas«:
»Die Hamas verübt seit 1993 Selbstmordattentate und andere Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten. Sie gilt als Terrororganisation und wird juristisch von der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten, Israel und anderen, auch arabisch-muslimischen Staaten als terroristische Vereinigung definiert. Einige Staaten und Organisationen teilen diese Einstufung nicht.«
Die gewollte oder ungewollte »Naivität« (oder Böswilligkeit) der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender, die diese einseitigen Informationen brav kaufen und verbreiten, sind die Hauptverantwortlichen für die Wirkung des Strategems Nr. 34. Die dritte Voraussetzung ist die Arglosigkeit des Publikums, das entweder nicht versteht oder nicht verstehen will, welch abgechartertes Spiel der Welt hier aufgetischt wird. Ohne diese gutgläubigen Menschen würde es die listige Strategie der menschlichen Schutzschilde wahrscheinlich gar nicht mehr geben, weil sie ins Leere liefe.
Viele Menschen denken, wem es am schlechtesten geht, sei automatisch im Recht, daher kommt wohl die Sympathie, die mit diesem Strategem ausgelöst werden soll. Die wichtigste Voraussetzung für eine Strategie, in der die eigene Bevölkerung leiden soll, ist aber die vollkommene Skrupellosigkeit einer Terrorregierung wie der Hamas, welche die ihr anvertrauten Menschen in den sicheren Tod treibt. Eine Hamas, die sogar nicht vor dem Versuch zurückschreckt, eine nukleare Katastrophe herbeizuführen.
Der NDR hält sich übrigens einen sehr beißfreudigen »Nahostexperten«, der hin und wieder für eine »Expertise« von der Kette gelassen wird. Sein Name lautet Michael Lüders, ein Mann mit einem ganz klaren und simpel gestrickten Weltbild. Kürzlich durfte er auf eine vom NDR-Interviewer gestellte Frage nach typischer Art eines Michael Lüders antworten. Die (vollkommen sinnlose) Frage lautete: »Wer hat eigentlich die Schuld am Nahostkonflikt?«, (so eine blöde Frage kann überhaupt nicht beantwortet werden, weil die Sachverhalte viel zu kompliziert sind. Auch ich hätte da keine klare Verurteilung oder Freisprechung zu bieten). Terroristenversteher und NDR-»Experte« Lüders hat aber die passende Antwort parat: »Ganz klar: allein die Israelis sind Schuld!« – Immerhin hat er nicht »die Juden« gesagt …
Zwangsfinanzierte Sendeanstalten, die derartig einseitig berichten, verstoßen nicht nur gegen den Rundfunkstaatsvertrag, sondern machen sich auch mitschuldig am weiteren Blutvergießen, weil sie die Terrororganisation ermutigen, so weiterzumachen, wie bisher. Das Ziel von Hamas ist nach wie vor die Zerstörung des Staates Israel und die Ermordung und Vertreibung aller Juden. Ein »judenfreies« Groß-Palästina. Eine weitere muslimische Vorhölle in dieser immer enger werdenden Welt.
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