Münchner Merkur: „Was der Koran rechtfertigt – und was nicht“
Die unfassbaren Grausamkeiten im Islamischen Staat Irak-Syrien haben einige Bewegung in die bisher beim Thema Islam weitestgehend starre Medienlandschaft gebracht. Auf einmal wird darüber geschrieben, dass sich Moslems immer wieder auf den Koran berufen, wenn sie töten/köpfen/kreuzigen. Im gedruckten Münchner Merkur stand am vergangenen Montag ein ausführlicher Artikel über die Frage, was der Koran denn nun rechtfertige und was nicht. Das Oberbayerische Volksblatt, das wie der Merkur zum Münchner Zeitungsverlag gehört, hat den Artikel online gestellt. Dort sind Fakten über den Koran zu lesen, die die Mainstream-Presse ihren Lesern bisher weitestgehend vorenthielt.
(Von Michael Stürzenberger)
Redakteur Werner Menner schreibt:
Seit Jahren morden IS-Terroristen im Irak und in Syrien. In ihrem Kalifat gelten Gesetze, die an Grausamkeit kaum zu überbieten sind. Gerechtfertigt werden die Massentötungen, Enthauptungen und Verstümmelungen mit Hinweisen auf den Koran – und der lässt Spielraum für Interpretationen. (..)
Der türkische Schriftsteller Zafer Senocak spricht für viele, wenn er behauptet: „Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran. Und er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Korans leben und handeln.“
In der Tat heißt es dort: „Aufgepasst, ihr Ungläubigen, ihr werdet im Diesseits und Jenseits bestraft“ und „Tötet für eure Religion und kämpft gegen die Ungläubigen und vertreibt die Ungläubigen.“ Als juristische Begründung für den Dschihad, den „heiligen Krieg“, dient Islamisten und Fundamentalisten bevorzugt der „Schwertvers“ aus der 9. Sure des Korans: „Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf.“ Es sei denn, sie bekehren sich, verrichten das Gebet und geben die Almosensteuer. Mit anderen Worten: Sie dürfen ihrer Wege ziehen, wenn sie sich unterwerfen.
koran-3
Dass man so etwas in einer Münchner Tageszeitung lesen kann, ist nur der großen Empörung über die barbarischen Zustände im Islamischen Staat zu verdanken. Ansonsten hätte man diese unbequemen Fakten sicher in der Schublade gelassen, um das “harmonische Zusammenleben” mit den Moslems und den “öffentlichen Frieden” nicht zu gefährden. Aber nun kann man aufgrund der Horror-Nachrichten, die uns täglich aus dem real existierenden Islam erreichen, nicht mehr voller Toleranz und Kultursensibilität wegsehen. Jetzt müssen auch ansonsten politisch hochkorrekte Zeitungen so langsam mit der Wahrheit herausrücken, sonst laufen sie Gefahr, massenhaft Leser zu verlieren, die sich nicht mehr täuschen und belügen lassen wollen.
terrorist-mit-koran
Natürlich gibt es auch zu diesem Artikel des Münchner Merkur / Oberbayerischen Volksblattes einiges anzumerken. Ein kritischer Leser schickte dem Merkur eine Zuschrift, die auch PI erreichte:
Endlich Klartext !
Vielen Dank für für Ihren ausgezeichneten Artikel zu Koran und Islamismus. In den Medien vermisst man – wenn man sich mit diesem Themenkomplex beschäftigt – derartig ausgewogene und fundierte Information. Dennoch sehe ich mich veranlasst zu zwei Bemerkungen resp. Korrekturen:
1. “Selbstmord ist im Islam verboten”
Das ist einhellige Meinung aller Islamgelehrten und kommt in dem Artikel auch gut zum Ausdruck. Nur gibt es eine sprachliche Schwierigkeit, denn ein “Selbstmord”-Attentäter ist kein Selbstmörder. Unsere deutsche Sprache ist da zu ungenau, sie unterscheidet nicht Ursache und Zweck des Selbstmordes. Bei einem “normalen” Selbstmörder ist der eigene Tod das Ziel, aus Verzweiflung, Angst, Scham etc. Bei einem “Selbstmord”-Attentäter ist das Ziel, andere zu schädigen und zu terrorisieren, der eigene Tod wird lediglich in Kauf genommen. Und das ist im Islam keineswegs verboten, sondern kann aus dem Koran gut begründet werden. Sure 9,111: “… sie sollen töten und getötet werden …” bringt das klar zum Ausdruck. Es ist auch kein Wunder, dass die Terroristen des 11. September sich darauf berufen haben. Und das Datum des Anschlags, in amerikanischer Schreibweise 9/11/01 ist sicher kein Zufall!
2. “Tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet, …”
Diese Übersetzung ist korrekt, aber die wörtliche Bedeutung ist “Beigeseller” statt “Heide”. Beigesellen meint dabei, Allah andere Gottheiten beizugesellen oder auch andere Autoritäten. Und nicht wenige Islamgelehrte beziehen das auf alle menschengemachten Gesetze und Rechtsauffassungen, da sie dem einzigen Gesetzgeber Allah eben etwas gleichwertiges oder gar übergeordnetes “beigesellen”, seien es Menschenrechte, Demokratie oder andere “westliche” Erfindungen.
Natürlich ist die Mehrheit der Muslime weit entfernt von solchen Auffassungen. Aber Hassprediger finden im Koran leider überzeugende Argumente für ihr menschenverachtendes Tun. Die wörtliche Interpretation derartiger Koranverse ist einfach und naheliegend. Was fehlt, ist eine historisch-kritische Aufarbeitung der entsprechenden Stellen, wie es in der Bibelforschung inzwischen auch von den christlichen Kirchen akzeptiert ist.
An dieser Stelle muss man auch den Verfasser des Leserbriefes fragen, woher er denn so genau weiß, dass “die Mehrheit der Muslime weit entfernt von solchen Auffassungen” sei. Wir können nur beobachten, dass sich die Mehrheit der Moslems, solange sie sich in der Minderheit befinden, noch nicht offen in den Dschihad begeben. Aber das sollen sie laut offizieller Fatwa auch erst dann, wenn sie in Mehrheitspositionen kommen. Wer sich jetzt durch die scheinbare “Mehrheit” der “friedlichen” Moslems täuschen lässt, begeht einen schweren Denkfehler und ist auch nicht mit der inneren Logik des Systems Islam vertraut.
koran-2
Es muss auch endlich aufhören, den Schutzbegriff “Islamismus” zu verwenden. Es geht um den Islam, und wenn wir den jetzt nicht umfassend entschärfen, wird er über uns hinwegschwappen wie ein gigantischer Tsunami. Daher muss jetzt auch der öffentliche Druck ausgeübt werden, diese Gefahr nicht mehr zu verschweigen, sondern offen darüber zu reden. Um über den tabulosen Diskurs zur Lösung des Problems zu kommen.
moslem_koran
Kategorie: Islam, Islamaufklärung | byzanz, 14. Nov 2014 | Druckversion | | Kommentar schreiben
Die Kommentare zu den Beiträgen geben nicht die Meinung des PI-Teams wieder. Wir behalten uns vor, sie zu kürzen oder zu löschen. Das betrifft auch Kommentare, die zu sehr vom Thema des Beitrags abweichen (OT). Kommentatoren, die gegen unsere Policy verstoßen, werden gesperrt oder unter Moderation gestellt. Wir bitten unsere Leser, entsprechende Kommentare dem PI-Team zu melden. Kommentare, die mehr als zwei Links enthalten, gehen automatisch in Moderation. Unterstützen Sie die Arbeit von PI.
Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.
LikeLike