F. William Engdahl
Mit dem Sieg über ihren US-unterstützten Gegenkandidaten Aécio Neves bei der Stichwahl am 26. Oktober hat die wiedergewählte brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff eine massive Desinformationskampagne des US-Außenministeriums erst einmal überlebt. Aber schon jetzt ist klar, dass Washington eine neue Attacke auf eine der Schlüsselfiguren der BRICS, der blockfreien Gruppe aufstrebender Wirtschaftsländer – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – gestartet hat.

Neben der finanziellen Kriegsführung zur Schwächung Russlands und einer Serie von Destabilisierungsoperationen gegen China, unter anderem durch die US-finanzierte »Regenschirm-Revolution« in Hongkong, ist Washington vorrangig daran interessiert, Brasiliens Präsidentin loszuwerden, wenn der entstehende Gegenpol für Washingtons neue Welt(un)ordnung gestoppt werden soll.
Warum Washington Rousseff loswerden will, ist sonnenklar. Als Präsidentin gehört sie zu den fünf Staatschefs der BRICS, die sich vertraglich auf die Errichtung der 100 Milliarden Dollar schweren BRICS-Entwicklungsbank und einen Reservewährungspool über weitere 100 Milliarden Dollar geeinigt haben. Außerdem unterstützt sie eine neue internationale…
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