Wie reagieren eigentlich Linke, wenn eine von ihnen in einem Flüchtlingscamp vergewaltigt wird?

http://www.schindluder.net/9560/wie-reagieren-eigentlich-linke-wenn-eine-von-ihnen-in-einem-fluechtlingscamp-vergewaltigt-wird/

Leicht beschämt (das müssen wir zugeben) präsentieren wir die bitterböseste Realsatire, die wir jemals gelesen haben. Da ist der schwärzeste Humor ein Waisenknabe gegen. Könnt ihr uns glauben!

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Wir befinden uns auf indiemedia.org, was nach eigener Beschreibung sich wie folgt versteht:

Diese Form des direkten Zugriffs öffnet die Grenze zwischen KonsumentInnen und ProduzentInnen, verstärkt das – von den vorherrschenden Informationsstrukturen weitgehendst unangesprochene… – Bewusstsein der Menschen in Bezug auf ihr gesellschaftliches Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht und kann somit effektiv zu emanzipatorischen Veränderungsprozessen sowohl inner- als auch ausserhalb der Medienlandschaft beitragen.

Etwas polemisch gesagt, ist indiemedia.org ein Portal der linken Elite, in der man den gesellschaftlichen Umsturz hin zu einer besseren Welt, nicht nur plant, sondern auch organisiert. Man diskutiert hier nicht nur in höchst politisch korrekter Sprache, sondern plant auch antifaschistische, feministische, kapitalismuskritische etc. usw. Demonstrationen und Aktionen. Im Großen und tritt man hier dafür an, die Welt besser, gerechter usw. usf. zu machen. Bitte behaltet das immer im Hinterkopf.

Denn jetzt ereignet sich folgendes. Eine engagierte, feministische, politisch korrekte und durch und durch überzeugte junge Linke schreibt in diesem Forum, dass sie im Flüchtlingscamp von einem Flüchtling vergewaltigt wurde. Sie vertraut den Vorfall im Camp anderen Aktivistinnen an und wie ist deren verständnisvolle, feministische und nicht in den patriarchischen Gesellschaftsstrukturen verwurzelte Reaktion?

Die ersten Reaktionen auf mein Erlebnis waren erniedrigend und beschämend. Es reichte von „du bist ja auch freiwillig in die Wohnung gegangen“ bis „ich habe den Eindruck, du willst das“.

Wir dachten ja, dies wäre schon ziemlich harter Tobak für überzeugte Gesellschaftsreformer, die alles besser machen werden, ABER wir irrten sowas von, das glaubt ihr nicht. Denn nachdem es im Camp letztendlich zu keinen Konsequenzen kam, hat sie diesen Vorfall auf indiemedia.org unter dem Titel: “Wie im Refugee-Protest-Camp mit „Rape“ und anderen sexuellen Übergriffen umgegangen wird” veröffentlicht. Natürlich in in schönster gender-, politisch und sonstig gerechter Sprache.

Und wie waren die Reaktionen? Immerhin kann man doch von einem Portal, welches fortschrittlich, für die Gleichberechtigung aller Geschlechter und sowieso für eine viel, viel bessere Welt ist einiges erwarten, oder? Hier unsere drei “Lieblingskommentare”:
Kommentar 1

Ich finde es einfach ekelhaft, wie du in deinem Text die Vorurteile gegenüber den Geflüchteten nährst und geradezu das Feindbild konstruierst[…]

Ich kann nachempfinden, dass die Erfahrung mit sexueller Gewalt oder Bedrohung absolut keine schöne ist, dennoch ist dies kein Grund für Verallgemeinerungen, die zudem noch rassistische Stereotype reproduzieren!

Kommentar 2

was dir passiert ist, is absolut scheisse und dass du im nachhinein keine unterstützung bekommen hast auch. allerdings ist deine darstellung sehr gut für rassistische stimmungsmache geeignet und da hätte ich von dir als ex-unterstützerin mehr respekt vor der bewegung und all den menschen erwartet, die im camp, in der schule und in anderen politischen orten gegen sexismus kämpfen.

Kommentar 3

Hallo Unbekannte,

als weißer Mann fällt es mir schwer, etwas dazu zu sagen, da ich damit selbst in sexistischen und rassistischen Strukturen stecke.
Daher möchte ich mich darauf beschränken, Dir viel Kraft bei der Verarbeitung der Situation zu wünschen. Es ist schön zu lesen, dass Du Menschen hast, an die Du Dich wenden konntest.

Epilog:

Es gibt immer mal wieder Beiträge, die wir anfangen zu schreiben und dann aus irgendwelchen Gründen nicht vollenden und publizieren. Mittlerweile haben wir 98 davon rumliegen. Unter anderem war auch dieser hier darunter. Wir haben ihn im Sommer letzten Jahres begonnen, aber da zu dem Zeitpunkt gerade die Situation in Gerhard-Hauptmann-Schule eskalierte, haben wir ihn erstmal nicht veröffentlicht. Denn man muss ja nicht immer Öl ins Feuer kippen nur weil man es kann.

Da wir aktuell immer wieder hören dürfen, dass die Demonstrationen von Rechts schlimmer sind, als die von Links, dachten wir, da passt der Beitrag doch ziemlich gut. Und falls das hier ein überzeugter Linker mitliest, dann darf er uns bitte die folgenden Fragen beantworten.

Warum genau ist Links viel menschlicher und viel besser als Rechts? Warum genau kann man die extremistischen Vollidioten auf beiden Seiten nicht vergleichen? Warum ist eine linke Ideologie, die sich nen Scheißdreck, um das Schicksal des einzelnen Menschen kümmert besser als ne rechte Ideologie? Ist Scheiße die ich politisch korrekt verpacke besser, als Scheiße die ich politisch inkorrekt verpacke? Warum sollten wir also ernsthaft glauben, dass ihr auch nur einen Deut besser seit als die Deppen von der anderen Seite?

Wir freuen uns auf eure Antworten!

4 Kommentare zu „Wie reagieren eigentlich Linke, wenn eine von ihnen in einem Flüchtlingscamp vergewaltigt wird?

  1. Hat dies auf Gegen den Strom rebloggt und kommentierte:
    Ein Verbrechen ist ein Verbrechen, egal, von welcher Seite es begangen wird. Links und rechts sind beides Seiten einer Medaille, die die Eliten im Teile-und-Herrsche-Prinzip installiert haben, um uns gegeneinander aufzuhetzen. Zur Zeit ist rechts oder rechtsextrem das „schlimmere“ Feindbild. Da bin ich dann wohl lieber rechts.
    Wir wissen auch, daß es von den Polit-Marionetten nicht gewollt wird, die Straftaten der sogenannten Asylbewerber zu verfolgen. PC ist ein haarsträubender Unsinn, der es vermag, uns alle zu gängeln.
    Danke für den guten Beitrag und gruß
    R.

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