Max und Moritz- Fünfter Streich

Das Erwachen der Valkyrjar

Max und Moritz

Eine Bubengeschichte in Sieben Streichen
von Wilhelm Busch


Fünfter Streich

Wer in Dorfe oder Stadt

Einen Onkel wohnen hat,

Der sei höflich und bescheiden,

Denn das mag der Onkel leiden.

Morgens sagt man: „Guten Morgen!

Haben Sie was zu besorgen?“

Bringt ihm, was er haben muß:

Zeitung, Pfeife, Fidibus.

Oder sollt‘ es wo im Rücken

Drücken, beißen oder zwicken,

Gleich ist man mit Freudigkeit

Dienstbeflissen und bereit.

Oder sei’s nach einer Prise,

Daß der Onkel heftig niese,

Ruft man:“Prosit!“ alsogleich.

„Danke!“ – „Wohl bekomm‘ es Euch!“

Oder kommt er spät nach Haus,

Zieht man ihm die Stiefel aus,

Holt Pantoffel, Schlafrock, Mütze,

Daß er nicht im Kalten sitze.

Kurz, man ist darauf bedacht,

Was dem Onkel Freude macht.

Max und Moritz ihrerseits

Fanden darin keinen Reiz.

Denkt euch nur, welch schlechten Witz

Machten sie mit Onkel Fritz!


Jeder weiß, was so ein Mai-

Käfer für ein Vogel…

Ursprünglichen Post anzeigen 178 weitere Wörter